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Josef Duile - Altmeister der Wildbachverbauung

Dem äußerst begabten Vinschger Josef Duile( 19.03.1776 - 03.02.1863) kann man echten Pioniergeist zuschreiben. Er war am Bau zahlreicher Kunstbergstraßen, insbesondere der Brennerroute, beteiligt. Er war auch der erste, der als Straßenbelag Asphalt verwendete, für dessen Produktion aus einheimischen Materialien er 1843 auch ein „Privileg“ erwarb.

Duile, der als Altmeister der Wildbachverbauung gilt, arbeitete auch großartige Pläne für die spätere Rheinregulierung aus. Er war es auch, der den späteren Verkehrsfachmann und Planer des Suez-Kanals, Alois v. Negrelli aus Primör, in das Berufsleben einführte. (aus „Zeitzeichen der Technik“, Vittfrida Mitterer, Edition Raetia, Bozen 1993, Seite 23)




Technik

Im Verlauf seiner beruflichen Tätigkeit war Jsef Duile beim Bau vieler Bergstraßen, insbesondere der Brenner- und Arlbergstraße beschäftigt. Er war der Erste, der zur Vermeidung von Staubentwicklung auf den Straßen Asphalt verwendete, für dessen Herstellung aus heimischen Stoffen er im Jahre 1843 ein „Privileg“ erwarb.

Im Jahre 1826 arbeitete er die Pläne für eine großzügige einheitliche Rheinregulierung im Bereich von Liechtenstein bis zum Bodensee aus, die, wenn auch viele Jahre später, realisiert wurden. Internationalen Ruf erwarb sich Duile auf dem Gebiet der Wildbachverbauung. Er begann als erster die damit zusammenhängenden Probleme wissenschaftlich zu untersuchen und die Verbauungen nach diesen Erkenntnissen systematisch durchzuführen.

Seine diesbezüglichen Erfahrungen veröffentlichte er in seinem 1826 erschienenen Buch „Über die Verbauung von Wildbächen in Gebirgsländern“, in dem erstmals eingehende technische Anleitungen zur Ausführung solcher Bauten gegeben wurden. Er gilt daher noch heute als der Altmeister der Wildbachverbauung und wurde weit über die Grenzen Tirols als erster Fachmann auf diesem Gebiet anerkannt. Er wurde insbesondere von der Schweiz als Sachverständiger zu Rate gezogen und erhielt 1841 vom Kanton Glarus den Auftrag, Pläne für die Verbauung der dortigen Wildbäche auszuarbeiten.

Anlässlich seiner Arbeiten am oberen Inn kam er nach Obladis mit der damals noch wenig bekannten Heilquelle. Er erkannte die Möglichkeiten, die sich diesem Orte boten, und erreichte nach Überwindung vieler Schwierigkeiten den Ausbau des bis dahin bedeutungslosen Ortes zu einem weltbekannten Kurort. (aus „Tiroler Pioniere der Technik“, Ernst Attlmayr, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck-München, 1968 )



Geschichte

Josefs Vater war in Graun im oberen Vinschgau Straßen-Einräumer und konnte seinem Sohn, dessen hohe Begabung schon früh auffiel, nur durch größte Sparsamkeit das Studium ermöglichen. Nach dessen Beendigung trat Josef Duile im Jahre 1798 als Baupraktikant in den Staatsdienst. 1805 wurde er Bezirksbauleiter in Klausen, 1806 königlich bayrischer Straßen- und Wasserbau-Inspektor in Bozen und später in Rovereto; 1820 erfolgte seine Berufung zur Landesbaudirektion Innsbruck, in der er bis zum Ersten Baudirektor-Assistenten (dem Stellvertreter des Landesbaudirektors) aufstieg.

Als leitendem Beamten der Landesbaudirektion war es ihm vergönnt, seinen Landsmann und späteren Freund Alois von Negrelli, der einer der größten Verkehrsfachleute und der Planer des Suez-Kanals werden sollte, in das Berufsleben einzuführen. Seine letzte große Arbeit war die Erbauung der Innsbrucker Kettenbrücke im Jahre 1843, die allgemein als besonders schönes Bauwerk geschätzt wurde.

Als die Brücke im Jahre 1937 dem modernen Verkehr nicht mehr gewachsen war und daher einem Neubau weichen musste, setzte man dort eine Gedenktafel mit einer Abbildung der alten Kettenbrücke, um dieses einst berühmte Bauwerk vor dem Vergessen zu bewahren. Eine geringfügige Überschreitung der hierfür bewilligten Kosten führte zu unangenehmen Differenzen mit dem Ministerium, so dass Duile verärgert in den gewiss wohlverdienten Ruhestand trat. Er starb nach kurzem Leiden am 3. Februar 1863.

Neben seinen vielen, in ganz Tirol verstreuten Bauwerken, erinnert in Innsbruck eine nach ihm benannte Straße an diesen für Tirols Bauwirtschaft so bedeutenden Mann. (aus „Tiroler Pioniere der Technik“, Ernst Attlmayr, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck-München, 1968)



Fotogalerie

josef duile.jpgJosef Duile
"Tiroler Pioniere der Technik?, Ernst Attlmayr, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck-München, 1968