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Otto Nußbaumer - Durchführer der 1. drahtlosen Übertragung von Musik und menschlicher Stimme

Der am 31. März 1876 in Innsbruck geborene und am 5. Jänner 1930 in Salzburg verstorbene Otto Nußbaumer war Assistent bei Prof. Ettinghausen an der Technischen Hochschule in Graz. Dort hat am 15. Juni 1904 als erster eine drahtlosen Übertragung von Musik und menschliche Stimme geschafft. 




Technik

Als Nußbaumer als Assistent bei Professor v. Ettingshausen auf dem Gebiet der drahtlosen Telegraphie arbeitete, kam er auf den Gedanken, mit Hilfe des singenden Lichtbogens von Duell einen Braun’schen Funkensender zu betreiben, wodurch er eine annähernd kontinuierliche Schwingung und damit eine für die Übertragung von Sprache und Musik ausreichende Modulation erreichte.
Vielleicht noch wichtiger war es, dass es ihm beim Empfänger gelang, durch Füllung des Fritters mit Eisenoxydspänen eine Kontaktdetektorwirkung zu erzielen.Am 15. Juni 1904 konnte er seinem Professor melden, dass es ihm gelungen ist, die menschliche Stimme und auch Musik drahtlos zu übertragen. Zugleich lud er den zunächst etwas ungläubigen Professor zu einer Vorführung ein.

Nußbaumer übertrug nun aus dem Senderaum, der durch mehrere Zimmer und geschlossene Türen vom Empfangsraum getrennt war, die Musik eines Grammophons; zum Abschluss sang er selbst das Dachsteinlied ins Mikrophon. Professor v. Ettinghausen und die übrigen Zuhörer staunten über Nußbaumers Erfolg, ahnten aber wohl nicht, dass sie eben die Geburtsstunde einer bald das Weltall umspannenden Technik erlebten. (aus „Tiroler Pioniere der Technik“, Ernst Attlmayr, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck-München, 1968)



Geschichte

Otto Nußbaumer war der Sohn eines Eisenbahnkontrolleurs, dessen Familie in der Gegend von Kramsach (Mariathal) beheimatet war. Durch die Versetzung des Vaters in die Steiermark kam Otto Nußbaumer in verschiedene steirische Mittelschulen und zuletzt (1896-1901) auch an die Technische Hochschule in Graz. Der junge Diplomingenieur arbeitete dann als Assistent bei Professor v. Ettinghausen auf einem Gebiet, das damals noch Neuland war: der drahtlosen Telegraphie. Tatsächlich gelang es ihm, eine für die Übertragung von Sprache und Musik ausreichende Modulation zu erreichen.

Der 15. Juni 1904 war für Otto Nußbaumer ein großer Tag, denn er konnte seinem Professor melden, dass es ihm gelungen sei, Musik und Stimme drahtlos zu übertragen. Eine Vorführung an Ort und Stelle sollte es beweisen.Der Senderaum, in dem sich Nußbaumer befand, war durch mehrere Zimmer mit geschlossenen Türen vom Empfangsraum getrennt, in dem Professor Ettinghausen und einige andere das Ereignis abwarteten. Bald erreichte die Musik eines Grammophons die Zuhörer und zuletzt sang Nußbaumer sogar noch das Lied „Hoch vom Dachstein her“ in das Mikrophon.

Eine weltumspannende Technik war geboren, die erste drahtlose Übertragung war lange vor Marconi und Telefunken gelungen, aber Nußbaumer hatte in der Folgezeit nichts unternommen, daraus einen entsprechenden wirtschaftlichen Nutzen zu erzielen. Wohl publizierte er seine Erfindung in einer wissenschaftlichen Abhandlung, doch es dauerte lange, bis man die Bedeutung dieser Innovation erkannte. (aus „Tirol – Schöpferisches Land“; Werner Auer, Kurt Gamper; Steiger Verlag Innsbruck, Auflage 1984, Seite 16)

1907 trat er als Beamter in die Grazer Statthalterei ein und wurde dann nach Salzburg versetzt, wo er schließlich zum Hofrat avancierte.Neben seiner beruflichen Arbeit entfaltete er auf den verschiedensten Gebieten eine rege Tätigkeit und hielt in zahlreichen Fachvereinen, insbesondere im Radio-Klub, Vorträge. Sein freundliches Wesen, seine stete Hilfsbereitschaft und sein vorbildliches Familienleben schafften ihm überall Achtung und Sympathie. Er starb am 5.1.1930; bereits im folgenden Jahr wurde ihm in Salzburg ein Denkmal errichtet. Die Republik Österreich hat ihm das Goldene Ehrenzeichen, die Stadt Salzburg das Ehrenbürgerrecht verliehen.Am 25. und 50. Jahrestag seiner Erfindung fanden in der Technischen Hochschule Graz würdige Gedächtnisfeiern statt; dort erinnern auch eine Gedenktafel und eine nach ihm benannte Straße an diese bedeutende Erfindung. Die Originalapparatur, mit der Nußbaumer die erste drahtlose Musikübertragung durchführte, steht heute im Technischen Museum in Wien. (aus „Tiroler Pioniere der Technik“, Ernst Attlmayr, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck-München, 1968)



Fotogalerie

otto_nussbaumer.jpgOtto Nußbaumer
Quelle: ?Tiroler Pioniere der Technik?, Ernst Attlmayr, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck-München, 1968
nussbaumer_geraete.jpgOtto Nußbaumers Geräte
Quelle?Tiroler Pioniere der Technik?, Ernst Attlmayr, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck-München, 1968